Pfarrkirche---Kloster

Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt Aufkirchen

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St. Valentin in Allmannshausen

Geschichte.

Wie in Berg erstreckt sich der Ort, im Schäftlarner Urbar 1313 als „Almshausen“ aufgeführt, auf der Moränenhöhe, während das gleichnamige Schloß - durch  den bewaldeten Hang getrennt - unten am Seeufer liegt. Die Allmannshauser Kirche ist die jüngste der  heutigen vier Filialen Aufkirchens, denn  erst 1524/27 wird sie als solche genannt. Das erste Gotteshaus dürfte demnach im 15. Jh. errichtet worden sein; von ihm hat sich die Untergehschoß des Turmes erhalten. Unter Ferdinand Joseph Hörwarth zu Hohenburg, dem damaligen  Besitzer der Hofmark Allmannshausen und Enkel des Landschaftskanzlers Joh. Gg. Hörwarth (vgl. Epitaph in Aufkirchen), wurde die  1651 erweiterte Kirche wohl durch den viel beschäftigten Weilheimer Baumeister und Stukkator Kaspar Feichtmayr dÄ., der  1696 das Allmannshauser Schloss erbaute und 1699 für den Pfarrhof von Aufkirchen Pläne zeichnete, stuckiert; 1698 der Turm erhöht. Am 24. Juni 1708 konsekrierte der Freisinger  Weihbischof Johann Sigismund Zeller von Leibersdorf das Gotteshaus. 20 Jahre  später ist eine größere Turmreparatur überliefert. Die letzte Gesamtrestaurierung wurde 1975-1977 durchgeführt (feierliche Wiedereröffnung am 14. Februar 1977). Wie aus den erhaltenen Votiven  ersichtlich, war die Kirche von Allmannshausen von der Mitte des 17.  bis ins 19. Jh. Ziel von Wallfahrten zum hl. Valentin und zur hl. Ottilie.

Baubeschreibung.

Der verhältnismäßig kleine, ockerfarbene Bau steht in beherrschender Lage über dem Ort. Wie in Aufkirchen ist der  Turm mit seinem rechteckigen Unter- und dem oktogonalen  Glockengeschoß (über dem sich die schindelgedeckte Zwiebelkuppel wölbt) dem  Langhaus im Westen vorgestellt und überzieht ein einziges Dach  Schiff und Chor. Dagegen ist in Allmannshausen die Sakristei an der Südseite des Altarraums angefügt.  Nach Durchschreiten des  spätgotischen Turmuntergeschosses überrascht der helle barocke Saalraum mit Korbbogengewölbe und eingezogenem Polygonal Chor durch  seine farbenfrohe Ausstattungsfülle, die zu dem gebrochen  weißen, für die Entstehungszeit etwas altmodischen Quadraturstuck  Kaspar Feichtmayrs mit Akanthusrosetten in  den von Perlstab und Herzlaub gerahmten Feldern kontrastiert.

Ausstattung.

Der barocke Hauptaltar (2.Hälfte 17.  Jh.) mit vier gedrehten und mit Weinreben umrankten Säulen birgt in  der mittleren Muschelnische die spätgotischen Holzstatuen der  Hl. Valentin und Ottilie; in den Seitennischen stehen die  Barockfiguren der Apostelfürsten Petrus und Paulus, an der Predella ein spätgotischer  Auferstehungs-Christus. Im hochovalen Auszugsbild ist die hl. Agatha dargestellt, am Antependium die  Enthauptung des Hl. Valentin. Die beiden  Engel auf dem Sprenggiebel sind verwandt mit dem Posaunenengel auf der Farchacher Kanzel und stammen wohl vom  gleichen Schnitzer. An den Chorwänden läuft in Höhe der Fensterbank eine Holzgalerie zur Aufbewahrung von Votivgaben um, von denen noch einige seltene Holzbeine vorhanden sind. Hier ist heute auch eine Barockfigur des Schmerzensmannes und eine Kopie des Marianischen Gnadenbildes von Neukirchen 1-11. Blut (Bistum  Regensburg) aufgestellt; in dem Glasschrein darunter ein Fatschenkindl nach dem Vorbild des wunderbaren Christkinds der Münchner Augustinerkirche, das seit 1817 zur Weihnachtszeit im  Münchner Bürgersaal verehrt wird. (Ein weiteres befindet sich in  Farchach.) Neben der Sakristeitür eine sog. Anna-Hand. Zwei große Votivtafeln an den Seitenwänden des Chors schildern die  Entstehung der Valentins-Wallfahrt 1652/53, als verkrüppelte bzw. gelähmte Mädchen nach dreimaligem Umkriechen des Altars völlig geheilt  wurden. Weitere 45 Votivbilder, mit denen teils dem hl. VaIentin, teils der hl. Ottilie oder beiden  zusammen für die Hilfe gedankt wird, aber auch dem hl. Johann Nepomuk, der lmmaculata, dem Wies-Heiland, dem Bauernpatron St. lsidor und sogar dem sel. Winthir, sind über die Wände des Langhauses verteilt. Von je zwei geraden Säulen flankiert werden die schmalen,  grau-blau-goldenen Seitenaltäre am Chorbogen, auch sie in der  2. Hälfte des 17. Jh. geschaffen. Der linke (mit zwei Köpfchen von  Engelbuben) umschließt ein Gemälde der lmmaculata vor der Heiligsten Dreifaltigkeit, der rechte eines mit der Apotheose des Hl. Joseph. An Predella und Antependium ist links das Herz Mariä und rechts das Herz  Jesu.

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