Pfarrkirche---Kloster

Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt Aufkirchen

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Farchach

St. Nikolaus in Farchach

Patrozinium: 6. Dezember

Baugeschichte

Farchach wird erstmals im Jahre 1090 in einer Urkunde als Vorchaideh genannt und gehört somit zu den ältesten Siedlungen des Alpenvorlandes. Das Erbauungsjahr der im Zopfstil errichteten Kirche ist unbekannt. Erste Erwähnung als Filialkirche von Aufkirchen ist im Jahre 1315. Wegen Baufälligkeit wurde sie mit enormen Kostenaufwand zu Anfang des 18. Jahrhunderts umgebaut. Am 5. Sept. 1719 weihte der Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing die heutigen drei Altäre. In den Jahren 1793 bis 1795, 1972 und 1991-1993 hat man die Kirche restauriert.

Baubeschreibung

Chor und Langhaus werden von einem einzigen Dach zusammengefasst. Der Turm ragt an der Westseite auf und ist zur Hälfte in das Kirchenschiff eingebaut. Im Glockengeschoss befindet sich ein Geläute von 1949, nachdem im 3. Reich die 2 alten Glocken (die kleinere stammte von 1681) militärischen Zwecken zum Opfer fielen. Heute wird das Läutwerk elektrisch betrieben. Eine spitz auslaufende, schiefergedeckte Helmkuppel mit Doppelkreuz krönt den Turm. Der Boden des Kirchenschiffes ist mit gut erhaltenen Solnhofener Platten aus dem 18. Jahrhundert belegt.

Innenausstattung

Durch das Turmuntergeschoß gelangt man in das Kircheninnere. Dabei fallen die dicken Mauern auf. Ein kräftiges Eisengitter, angebracht bei der letzten Renovierung und eine elektronische Alarmanlage schützen die wertvolle Ausstattung. Ein verriegelbares Guckfenster in der Kirchentüre gestattet es interessierten Wanderern, in den Kirchenraum zu schauen.
Der Hochaltar: Der Altartisch ist spätgotisch. Der barocke Altaraufsatz stammt von einer Wolfratshauser Werkstatt und entstand etwa 1680/85. Die triumphbogenartige Mittelnische wurde erst nachträglich eingefügt und beherbergt spätgotische Statuen von 2 Bischöfen (Anfang 16. Jh): Links Nikolaus. In seiner rechten Hand hält er 3 goldene Kugeln. Er soll arme Mädchen mit Gold beschenkt haben, um ihnen das Heiraten zu ermöglichen. Rechts steht St. Martin, in der linken Hand ein Buch, zu seinen Füßen eine Gans. Die äußeren Figuren des Hauptaltares sind die Wetterheiligen Johannes und Paulus und wie Christus oben im Auszug, um 1700 gefertigt. Sie werden dem Tölzer Bildhauer Johann Krinner zugeschrieben. Seitlich an der Wand zu beiden Seiten des Hauptaltares befinden sich die Statuen der "Augustiner"-Heiligen Monika (Mutter des Hl. Augustinus) und Augustinus. 12 kolorierte Kupferstiche hinter Glas von Aposteln und Evangelisten im Altarraum stammen von Josef Friedrich Leopold, Augsburg und entstanden Anfang des 18. Jh. Eine auf Holz gemalte Gedächtnistafel über der Sakristeitüre mit der Darstellung des Ölbergs und der Kreuzigung Christi sowie der geistlichen Herren Sebastian, Johann, Balthasar, Georg und Konrad Adler wurde 1584 von den fünf Brüdern zur Erinnerung gestiftet. Sie gehörten gleichzeitig dem geistlichen Stand an und waren in Egershausen, Tölz, Thanning, Wolfratshausen und Aufkirchen tätig. Die fünf Brüder hatten im ehemaligen Farchacher Schloss ihre Heimat. Das  Schloß befand sich beim heutigen Pflegerhof  und  war mit Wall und Graben umgeben . Ein moderner Volksaltar mit Ambo ermöglicht es dem Priester, die hl. Messe mit dem Blick zum Volk zu zelebrieren. Die beiden Seitenaltäre sind große Barockplastiken um 1700. Links die Kreuzigungsgruppe, rechts die Pieta vor gemalten Hintergrundbildern. Am Fuß des Kreuzes ist eine Statuette des Wiesheilandes (von 1765?) aufgestellt. Die Herkunft der architekturlosen Seitenaltäre ist noch unklar. In den Rokoko-Ostensorien auf den Seitenaltartischen sind Reliquien der „Augustiner“-Heiligen Monika und Augustinus, Thomas von Villanova und Papst Gelasius II. Wie schon zu Anfang dieses Jahrhunderts stehen nach der letzten Renovierung der Kirche wieder die beiden Holzstatuen der Hl. Katharina (mit dem Rad) und der Hl. Barbara (mit dem Kelch) im Chorbogen. Sie kommen aus der Werkstatt Christoph Angermairs und entstanden 1626. Sie stammen vermutlich von einer Altarausstattung der Augustiner Chorherren in Aufkirchen und wurden dort bei der Regotisierung überflüssig. Die Kanzel entstand gegen 1700.  Den Schalldeckel, auf den unten die Heiliggeisttaube gemalt ist, krönt die Figur eines Posaunenengels. Der schmale Zugang mit Treppe zur Kanzel befindet sich innnerhalb der Aussenmauer . Die einfachen Kreuzwegbilder und die Rokokotafeln "Herz Mariä" und "Herz Jesu" sind weitere Ausstattungsstücke des 18. Jahrhunderts Im klassizistischen Kirchenschiff vor dem Chorbogen hängt eine Muttergottes im Rosenkranz umgeben von 4 Engeln. Auf dem linken Arm trägt Maria den Jesusknaben mit der Weltkugel und in der rechten Hand hält sie das Szepter. Eine schöne Holzarbeit vom Ende des 17. Jh. 2 Bilder vom ausgehenden 15. Jahrhundert kamen beim Abbruch der Münchner  St. Nikolauskirche über Sebastian Liegsalz im Jahr 1582 nach Farchach. Unter dem rechten Bild steht: "S. Niklas als er geboren ward und um ersten gebadt ward stand er auff und das geschah im ersten Bad". Die Wöchnerin liegt im Bett, 3 Frauen umstehen verwundert das im Bad stehende Kind. Beim linken Bild liegt ein Bischof mit dem Heiligenschein tot auf dem Bett, das Mönche umstehen. Darunter steht: "St. Nikla ist gestorben, da waren seine frommen Brieder bey ihm bis an sein End". An der Nordwand des Langhauses befindet sich die Figur des tronenden Bischofs St. Martin aus dem 14 Jahrhundert. Bei der Neufassung vor einigen Jahren, entdeckte man Spuren von Gänsefüßen auf dem Buchdeckel. Der eisenblechbeschlagene Opferstock am Eingang entstammt der spätgotischen Zeit. Die vornehme Familie Hörl besaß in der Kirche eine Gruft. Zuletzt wurde am 17. Juli 1715 die Freifrau Maria Anna Theresia von Rehlingen in Schliersheim in Altarnähe auf der Evangelienseite bestattet. Beachtung verdienen zwei schöne Vortragkreuze an den Innenwangen der ersten Bankreihen. Soweit möglich wird im Gotteshaus von Farchach wöchentlich einmal die heilige Messe gefeiert. Zur Patroziniumsfeier im Dezember und zum Gedenken an die Opfer der Weltkriege am Pfingstmontag finden traditionell Festgottesdienste statt. Gelegentlich gibt es Taufen und Trauungen. Ganz selbstverständlich kommt man seit jeher zum Rosenkranzgebet zusammen, wenn jemand aus der Dorfgemeinschaft stirbt.

Zusammengestellt von Ernst Baumgartner im Februar 1994. Aktualisiert im Mai 2004

Quellenangabe:
Gerhard Schober, Denkmäler in Bayern, Landkreis Starnberg, 1991
Schnell, Kunstführer Nr. 1711, Aufkirchen Starnberger See, 1988
Karl Graf von Rambaldi, Geschichte der Pfarrei Aufkirchen, 1900

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